3«Inklusion» und «Diversität» an Hochschulen: Ansprüche an eine nachhaltige Strategie

In den Debatten um soziale Gerechtigkeit werden Themen wir Inklusion und Diversität immer zentraler. Schlagworte wie «Vielfalt» , «Diversity-», «Inklusive Hochschule» fallen auch in der schweizerischen Hochschullandschaft immer öfter. Selten ist jedoch klar, worum es dabei genau geht und wie die angestrebte Vielfalt zu erreichen ist. Die Berner Fachhochschule BFH, die PHBern sowie die Universität Bern befassen sich aktuell damit, eine Diversitäts-Strategie zu entwickeln, die sich auch am Ziel einer institutionellen Nachhaltigkeit orientiert. Der Workshop soll die Gelegenheit bieten, sich mit den Debatten und Begriffen auseinanderzusetzen. Nach einem einsteigenden Referat von Inés Mateos, Expertin für Bildung und Diversität (www.inesmateos.ch), werden wir gemeinsam diskutieren, was eine nachhaltige Diversität für die Hochschulen im Allgemeinen, aber auch für die eigene Hochschule bedeuten könnte.

Mitwirkende: Ursina Anderegg, Christoph Brunner, Inés Mateos

Lessons learned:

Im Zuge von Entwicklungen wie Globalisierung, Urbanisierung, Mobilität und Individualismus wurde der Diskurs um Vielfalt in Gesellschaften je länger je präsenter. Die Bandbreite an sozialen Variablen (Migrationserfahrung, Gender, soziale Lage, Humankapital, Rechtsstatus, etc.) hat sich vergrössert, es ist ein neuerer Pluralismus in den Einwanderungsgesellschaften entstanden. Es braucht intersektionelle Analysen von sozialen Strukturen, um diesen Trends gerecht werden zu können. Strukturanpassungen in Organisation und Institutionen sind notwendig, hier gilt es die Komplexität anzuerkennen. Zentral bei der Entwicklung von Strategien in diesem Kontext ist die Frage nach der Motivation: Die Gerechtigkeitsfrage und eine Werteorientierung müssen den Ausgangspunkt bilden. Auf der Organisationsebene haben sich verschiedene Strategien entwickelt: Neben innerbetrieblichen Diversitymanagements bestehen Antidiskriminierungsfachstellen, welche alle Diskriminierungsformen behandeln, während klassische Gender-Gleichstellungsstellen nach wie vor bestehen. Für letztere stellt sich die Frage, welche Rolle sie in diesen Entwicklungen innerhalb ihrer Institution spielen und wie sie sich im Diskurs über «Diversität», «Intersektionalität» oder auch «Nachhaltigkeit» verorten, bzw. verortet werden. Auch die Hochschulen sollten entsprechende Strukturanpassungen vornehmen, hierfür muss der Diskurs breit aufgenommen und Ressourcen für die Implementierung einer «Diversity»-Strategie aufgebracht werden.

Nachhaltigkeitsziel (SDG) 4: Inklusive, gleichberechtigte und hochwertige Bildung gewährleisten und Möglichkeiten lebenslangen Lernens für alle fördern

Sprache: DE

Raum: B007

Status: Ausgebucht