5Geteilte Individualität – mehr als nebeneinander hausen: Gender- und Diversityfragen als Qualitätskriterien für nachhaltiges Bauen und Wohnen

Während ökologische und ökonomische Aspekte Standardelemente im Fachbereich nachhaltiges Bauen und Wohnen darstellen, gelten Fragen zur gesellschaftlichen und kulturellen Vielfalt (Geschlecht, Alter, Herkunft, Behinderung usw.) oft als „weiche“, schlecht quantifizierbare Faktoren und spielen nicht von Anfang an als bestimmende Kategorien mit. Im Zentrum des Workshops steht die in vielerlei Hinsicht pionierhafte „Siedlung im Oberfeld“ in Ostermundigen. Peter Schürch, Halle 58 Architekten, stellt die viel publizierte, genossenschaftlich realisierte Überbauung von der Planung bis zur Fertigstellung Ende 2014 im Detail vor. Die Teilnehmenden lernen weitere Beispiele gender- und diversitygerechter Bauprojekte aus der Schweiz und Deutschland kennen. Diese zeigen auf, dass gesamtgesellschaftliche Prozesse einerseits und die Berücksichtigung der individuellen Bedürfnisse aller Akteurinnen und Akteure andererseits entscheidende Faktoren für eine qualitativ hochstehende zeitgenössische Architektur sind, die auch von späteren Generationen genutzt und geschätzt wird. Mit den Erkenntnissen aus Interviews mit Bewohnerinnen und Bewohnern der Siedlung Oberfeld überprüfen wir, inwiefern die angestrebten Ziele dieses nachhaltig geplanten Wohnquartiers bis jetzt erreicht worden sind. Als Fazit zeigen wir den Teilnehmenden des Workshops die gesellschaftliche Relevanz und den praktischen Mehrwert gender- und diversitygerechter Planung fürs nachhaltige Bauen und Wohnen auf. Die sich daraus ergebende Empfehlung, Gender- und Diversityfragen in inter- und transdisziplinäre Forschungsprojekte aufzunehmen, kann Gegenstand des Diskussionsteils werden.

Mitwirkende: Katrin Künzi

Nachhaltigkeitsziel (SDG) 11: Städte und Siedlungen inklusiv, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig gestalten

Sprache: DE

Raum:

Status: Freie Plätze